Einsätze 2016

Feuer 4: Feuer in Galvanisierungsbetrieb

Alarmierungsdatum: 13.09.2015
Alarmierungszeit: 13:06 Uhr
Alarmstichwort: Feuer 4: Feuer in Galvanisierungsbetrieb
Einsatzort: Barntrup, Im Wied
Eingesetzte Fahrzeuge: Alle Barntruper Einsatzfahrzeuge und etliche andere aus den Kreisen Lippe und Hameln-Pyrmont
Einsatzleiter: Stbi Werner Wolter

Am Sonntag den 13.09.2015 um 13.06 Uhr wurde die Feuerwehr Barntrup zu einem Feuer 3 alarmiert. Gemeldet war Schwarzer Rauch aus dem Gebäude eines Galvanisierungsbetriebes im Barntruper Industriegebiet. Schon auf dem Weg zur Einsatzstelle sah man den dunklen Rauch aufsteigen. Der Einsatzleiter erhöhte sofort auf Alarmstichwort Feuer 4, Großbrand. Vor Ort drang dichter schwarzer Rauch aus allen Öffnungen des Gebäudes. Schnell wurde bekannt, das sich in dem Betrieb Säuren und Laugen befinden sollten. Darauf hin wurden die ABC Einheiten des Kreises Lippe mit dem Stichwort ABC 4 alarmiert. Ein Angriffstrupp ging zum löschen des Feuers in die Halle vor, musste den Innenangriff aber sehr schnell abbrechen, da es zu gefährlich wurde. Kurz darauf kam es zu mehreren Rauchgasdurchzündungen im Gebäude und die Halle stand anschließend in Vollbrand. Somit war nur noch ein Löschangriff von aussen möglich. Wegen der starken Rauchentwiklung wurden Messfahrzeuge im Barntruper Stadtgebiet eingesetzt, um Luftproben zu entnehmen. Auswertungen ergaben später, dass die Grenzwerte trotz des Dunklen Rauches nicht überschritten sind. Schnell war auch das Umweltamt des Kreises Lippe vor Ort um die Einsatzkräfte des ABC Zuges zu beraten. Zusätzlich wurden Warnfahrzeuge mit Lautsprechern ins Stadtgebiet geschickt um die Bevölkerung zu bitten Vorsorglich und auch wegen der Geruchsbelästigung Fenster und Türen zu schließen. Vom Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe wurde das Warnsystem KATWARN ausgelöst und Radiodurchsagen veranlasst. Die Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW wurden vorsorglich nach Barntrup hinzugerufen, die eigene Messungen am Abend durchgeführt haben. Die Einsatzstelle wurde frühzeitig in mehrere Einsatzabschnitte eingeteilt. Abschnitt 1 Löschangriff Rechte Seite, Abschnitt 2 Linke Seite des Gebäudes. Abschnitt 3 war ABC Einsatz (Messen, Warnen, Erkundung). Da viel Wasser benötigt wurde, wurde ein Abschnitt Wasserversorgung eingerichtet. Hierzu wurden sämtliche Tanklöschfahrzeuge aus dem gesamten Kreis Lippe und einige Tanklöschfahrzeuge aus dem beachbarten Landkreis Hameln-Pyrmont alarmiert. Eine Wasserversorgung aus dem Freibad Barntrup wurde ebenfalls zur Einsatzstelle verlegt. Das Wassermanagment der Feuerwehr Lemgo wurde aufgebaut, sodass genügend Löschwasserreserven vorhaden waren. Mit drei Drehleitern, mehreren Strahlrohren und Wasserwerfern wurde das Feuer von Aussen bekämft. Fast vierzig Atemschutztrupps wurden hierzu eingesetzt. Das Feuerwehr Ausbildungszentrum war mit Schaum und Atemschutzcontainern an der Einsatzstelle um die vielen Atemschutzgeräteträger zu versorgen. Hierfür wurde eine Sammelstelle eingerichtet und von dort aus die Trupps in die einzelnen Einsatzabschnitte entsandt. Die Technische Einsatzleitung des Kreises Lippe sowie der Kreisbrandmeister und sein Stellvertreter waren ebenfalls anwesend, um die Einsatzleitung vor Ort im Hintergrund zu unterstützen bzw. zu entlasten. Die Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort und sperrte große Teile von Barntrup für denVerkehr wärend des Einsatzes ab. Für den Grundschutz in Barntrup waren Kräfte aus der Feuerwehr Kalletal verantwortlich. Auf dem Parkplatz des Marktkaufes in Barntrup war der Bereitstellungsraum für nachrückende Einsatzkräfte eingerichtet worden. Nachdem das Feuer gegen 16.00 Uhr unter Kontrolle war, wurden durch die ABC Einheiten unter Chemikalienschutzanzügen die Behälter auf ihren Inhalt kontrolliert. Später wurden die gesamten Gebäudeteile durch massiven Schaumeinsatz mit Schaum geflutet. Der Rettungsdienst war mit dem Regelrettungsdienst, d.h. zwei Rettungswagen ein Notarzt vor Ort um bei eventuellen Verletzungen eingreifen zu können. Später wurden diese durch Kräfte des Roten Kreuzes der Einsatzeinheit 02 Lemgo sowie dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst und dem Leitenden Notarzt des Kreises Lippe abgelöst. Verletzt wurde trotz des großen Aufgebotes von Einsatzkräften und der Gefährlichkeit wärend des Einsatzes zum Glück aber niemand. Versorgt wurden die Einsatzkräfte wärend des Kräftezehrenden Einsatzes vom Versorgungszug des Kreises Lippe mit Getränken und Essen. Zum Abend hin kamen Einsatzkräfte des THW nach Barntrup um die Einsatzstelle bei Einbruch der Dunkelheit großflächig auszuleuchten. Zusammen waren rund 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei sowie Energieversorger und Behörden vor Ort. Das Medieninteresse war Aufgrund der Größe des Einsatzes sehr hoch. Am Montag werden immer noch Einsatzkräfte vor Ort sein. Der Dank gilt allen eingesetzten Kräften für ihre Unterstützung.

                         

 

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